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The Sound of Kyiv 100 Years Ago

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Zeit:

17:00

Datum:

15.10.2026

Ort:

ub.mdw – Bruno Walter-Lesesaal Anton-von-Webern-Platz 1, 1030 Wien

Partner:

OeAD-Kooperationsbüro Lemberg, Ukraine Office Austria, Ukrainian Institute, Department of Musicology and Performance Studies, Österreichische Gesellschaft für Musik.

Organisator:

Universitätsbibliothek der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

Borys Liatoshynsky und die ukrainische musikalische Moderne

Wie klang Kyjiw vor 100 Jahren? Wie entwickelte sich die ukrainische Musikszene der 1920er-Jahre – in einer Zeit künstlerischer Experimente und kultureller Erneuerung, aber auch zunehmenden ideologischen Drucks?

Am 15. Oktober 2026 findet in Wien „The Sound of Kyiv 100 Years Ago: Rediscovering Borys Liatoshynsky and Ukrainian Musical Modernism“ statt. Die Veranstaltung widmet sich Borys Liatoshynsky (1895–1968), einem der bedeutendsten ukrainischen Komponisten des 20. Jahrhunderts, und stellt sein Schaffen in den größeren Kontext der ukrainischen musikalischen Moderne.

Die Veranstaltung verbindet die Präsentation einer neu erschienenen wissenschaftlichen Anthologie über Liatoshynsky mit aktueller musikwissenschaftlicher Forschung und Live-Musik. Sie eröffnet damit nicht nur neue Perspektiven auf das Werk des Komponisten, sondern macht die ukrainische Moderne als Teil der europäischen Kulturgeschichte sichtbar.

Im Mittelpunkt des Abends steht der Vortrag „The Modernist Project of Ukrainian Art Music in the 1920s: The Case of Borys Liatoshynsky“ der ukrainischen Musikwissenschaftlerin Dr. Iryna Tukova, Associate Professor für Musiktheorie an der Nationalen Musikakademie der Ukraine in Kyjiw und Mitbegründerin der Liatoshynsky Foundation.

Am Beispiel Liatoshynskys untersucht sie die kulturellen, institutionellen und künstlerischen Voraussetzungen für die Entstehung der ukrainischen musikalischen Moderne in den 1920er-Jahren. Dabei geht es um die Bedeutung der Ukrainisierung für die Entstehung eines neuen künstlerischen Umfelds, die Rezeption europäischer modernistischer Strömungen sowie die zunehmenden Spannungen zwischen künstlerischer Freiheit und dem ideologischen Druck des sowjetischen Regimes.

Iryna Tukova gehört zu den führenden Expert:innen für Leben und Werk Borys Liatoshynskys. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf der ukrainischen Kunstmusik des 20. und 21. Jahrhunderts sowie auf den Schnittstellen zwischen Musik und Naturwissenschaften. 2024–2025 war sie Petro Jacyk Non-Residential Scholar an der Munk School of Global Affairs & Public Policy der University of Toronto; zuvor war sie Visiting Scholar an der Indiana University Bloomington. 2024 wurde sie mit dem ukrainischen staatlichen Lyssenko-Preis für herausragende Leistungen in der Musikwissenschaft ausgezeichnet.

Ergänzt wird der wissenschaftliche Teil durch Live-Aufführungen von Werken Liatoshynskys.

Das Opus Quartet – Matvii Vin-Kim Thach (Violine), Boryana Zheleva (Violine), Gabriel Cheng Han Tsai (Viola) und Jasmin Pollatschek (Violoncello) – interpretiert den ersten und fünften Satz des Streichquartetts Nr. 4. Die Pianistin Anastasiia Skovliuk spielt Präludien aus dem Zyklus Reflections.

🇦🇹🇺🇦 Für uns ist es besonders wichtig, Projekte zu unterstützen, die ukrainisches Kultur- und Geisteserbe in Österreich sichtbar machen und es zugleich in seinen breiteren europäischen historischen und kulturellen Kontext stellen.

Wir freuen uns daher besonders, dass die Veranstaltung vom Kooperationsbüro Lemberg und dem Ukraine Office Austria – unterstützt wird. Mit der Förderung solcher Initiativen möchten wir den österreichisch-ukrainischen Kulturdialog stärken und dem österreichischen Publikum die Vielfalt der ukrainischen Musikgeschichte näherbringen.

Veranstalterin ist die Universitätsbibliothek der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Kooperationspartner ist das Ukrainian Institute. Informationspartner sind das Department of Musicology and Performance Studies und die Österreichische Gesellschaft für Musik.

Im Anschluss an die Veranstaltung sind die Gäste herzlich zu einem Empfang eingeladen.