Trauma im Fokus der Germanistik: XXXIII. Internationale Tagung des UDGV in Lwiw
Am 25. und 26. September 2026 fand an der Nationalen Iwan-Franko-Universität Lwiw die XXXIII. Internationale Tagung des Ukrainischen Deutschlehrer- und Germanistenverbandes (UDGV) unter dem Titel „Trauma im Fokus der Germanistik: Sprache, Literatur, Kultur“ statt.
Die Konferenz brachte 110 Wissenschaftler:innen aus der Ukraine, Deutschland, Österreich, Polen und Japan zusammen. Zwei Tage lang widmeten sich die Teilnehmer:innen aktuellen Fragen der Sprach- und Literaturwissenschaft, der interkulturellen Kommunikation sowie der Didaktik des Deutschen als Fremdsprache.
Im Mittelpunkt stand die Auseinandersetzung mit traumatischen Erfahrungen aus sprachlicher, kultureller, literarischer und bildungswissenschaftlicher Perspektive. Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine gewinnen diese Fragestellungen besondere Bedeutung: Sprache dient nicht nur der Kommunikation, sondern auch der Bewahrung von Erinnerung, der Verarbeitung von Erfahrungen und der Stärkung gesellschaftlicher Resilienz.
An der feierlichen Eröffnung nahm Andreas Wenninger, Leiter des OeAD-Kooperationsbüros Lemberg und des Ukraine Office Austria, teil. Seine Teilnahme unterstrich die Bedeutung der langjährigen akademischen Zusammenarbeit zwischen Österreich und der Ukraine sowie der kontinuierlichen Unterstützung germanistischer Forschung und internationaler wissenschaftlicher Netzwerke.
Zu den weiteren Gästen der Eröffnung gehörten unter anderem der österreichische Botschafter in der Ukraine, Dr. Robert Müller, Vertreter:innen der Deutschen Botschaft, des Goethe-Instituts Ukraine und des DAAD sowie der Universitätsleitung und des Ukrainischen Deutschlehrer- und Germanistenverbandes.
Das wissenschaftliche Programm umfasste sechs thematische Sektionen, die sich mit Trauma, Sprache, Diskurs und Erinnerung, der Darstellung traumatischer Erfahrungen in Literatur und Kultur, Übersetzung und transkultureller Vermittlung sowie traumasensibler Didaktik und Resilienz beschäftigten. Weitere Schwerpunkte bildeten der Wandel der Germanistik im Kontext von Medien, künstlicher Intelligenz und Gesellschaft sowie interdisziplinäre Perspektiven auf Trauma.
Besonderes Augenmerk galt dem Deutschunterricht unter Kriegsbedingungen, der Gestaltung sicherer Lernräume, der Erinnerungskultur und der Rolle von Literatur bei der Auseinandersetzung mit historischen und gegenwärtigen Krisenerfahrungen. Zum Programm gehörten außerdem eine Podiumsdiskussion zum Thema „Deutsch in der Ukraine – Deutsch in Europa“, Präsentationen verschiedener Bildungsinitiativen sowie eine Buchvorstellung.
Besonders freut es uns, dass unser Büro nicht nur die Konferenz unterstützte, sondern auch zur Auszeichnung junger Talente beitragen konnte!
Anlässlich des Jubiläums der bedeutenden österreichischen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann wurde ein Essaywettbewerb veranstaltet. Das OeAD-Kooperationsbüro Lemberg stellte Buchpreise für die Gewinner:innen zur Verfügung und unterstützte damit die Auseinandersetzung mit österreichischer Literatur sowie die kreative Beschäftigung mit Bachmanns literarischem Erbe.
Diese Initiative ist ein weiterer Beitrag zur Förderung des kulturellen Austauschs und zur Vermittlung österreichischer Literatur in der Ukraine.
Organisiert wurde die Tagung von der Fakultät für Fremdsprachen der Nationalen Iwan-Franko-Universität Lwiw, insbesondere vom Lehrstuhl für Interkulturelle Kommunikation und Translationswissenschaft und vom Lehrstuhl für Deutsche Philologie, gemeinsam mit dem Ukrainischen Deutschlehrer- und Germanistenverband.
Die Konferenz wurde vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), dem OeAD-Kooperationsbüro Lemberg und dem Goethe-Institut Ukraine unterstützt.
Wir danken den Organisator:innen, Referent:innen und allen Teilnehmer:innen herzlich für den intensiven wissenschaftlichen Austausch, die internationale Solidarität und die Fortsetzung der akademischen Zusammenarbeit!
Fotos: PR-Department der Nationalen Iwan-Franko- Universität Lwiw










