25 Jahre Österreichisches Kooperationsbüro Lemberg
Andreas Wenninger, Leiter des OeAD-Kooperationsbüros Lemberg und Leiter des Ukraine Office Austria im österreichischen Außenministerium
Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs suchten viele europäische Länder Verbindungen in die Ukraine und arbeiteten an neuen Netzwerken in Osteuropa.

Niemand ahnte damals, wie sich das Schicksal der Ukraine entwickeln würde, als das Österreichische Kooperationsbüro in Lemberg im Herbst 1998 seine Arbeit aufnahm.
Die Euphorie und der Enthusiasmus waren groß, Bücher und Landkarten wurden angekarrt, endlos scheinende Eisenbahnfahrten aus Wien in Kauf genommen – Direktflüge existierten noch nicht – gemeinsame Konferenzen in kalten Sälen wurden organisiert, Sprachlehrer an Universitäten entsendet und Stipendien vergeben. Mit der Gründung des Österreichischen Kooperationsbüros für Wissenschaft,
Bildung und Kultur in Lemberg im Jahr 1998 öffnete sich für zahlreiche ukrainische Kulturschaffende,
Künstler:innen und Wissenschaftler:innen ein neues Fenster nach Europa. Viele dieser Verbindungen bestehen bis heute und sind fixer Bestandteil der österreichischen-ukrainischen Beziehungen.
Die große Sehnsucht der Ukrainer und Ukrainerinnen nach einem liberalen, demokratischen Europa, nach Menschenrechten und Rechtsstaat war schon damals nicht zu übersehen und zu überhören.
2004 färbte sich die Ukraine orange und Menschenmassen drängten auch aus Lemberg nach Kyjiw, um auf dem Maidan für den Rechtsstaat und für eine europäische Zukunft zu demonstrieren.
Im November 2013 drängten sich abermals Menschenmassen auf den Straßen der großen ukrainischen Städte, um für eine europäische Ukraine zu kämpfen.
Im Februar 2014 folgten die russische Besetzung der Krim und kurz danach der aus Russland gesteuerte Krieg im Osten der Ukraine.
Im Februar 2022 eskalierte dieser mit der russischen Invasion und dem gescheiterten Angriff auf Kyjiw. Der Verteidigungskampf Gegen Russland dauert noch an und ein Ende ist nicht in Sicht.
Das Österreichische Kooperationsbüro hat die jüngste Geschichte der Ukraine begleitet und feiert im Herbst 2023 sein 25-jähriges Bestehen. Wegen des Krieges ist eine Feier leider nicht möglich, dennoch nutzen wir die Gelegenheit, um auf zahlreiche erfolgreiche Projekte aus Kultur, Bildung und Wissenschaft zurückzusehen.
Wir danken allen unseren Unterstützern in Österreich und in der Ukraine, die uns in den vielen Jahren zur Seite gestanden haben, allen Wegbegleitern und Partnern und auch allen, die für uns und mit uns an einer europäischen Zukunft der Ukraine gearbeitet haben.
Wir werden unsere Arbeit so gut wir können, auch in dieser schwierigen Zeit fortführen und hoffen auf ein baldiges Ende dieses schrecklichen Krieges.