Rückblick auf die Künstlerresidenz von Prof. Wolfgang Harrer in Lwiw
Vom 6. bis 10. Mai 2026 fand in Lwiw die Künstlerresidenz des österreichischen Musikers, Dirigenten, Kontrabassisten und Pädagogen Prof. Wolfgang Harrer statt. Die Residenz umfasste fünf Veranstaltungen an drei verschiedenen Orten der Stadt.
Eröffnet wurde die Residenz mit einem Solo-Recital im Spiegelsaal der Nationaloper Lwiw. Ein besonderes Highlight war der Klang eines historischen Kontrabasses aus den 1750er Jahren des Wiener Meisters Johannes Georgius Thir — eines Instruments, das einst von Mozart, Beethoven, Schubert und Brahms gehört worden sein könnte. Die Klavierbegleitung übernahm der Verdiente Künstler der Ukraine Myroslav Drahan.
Im Rahmen des III. Internationalen Kunstforums der Musikakademie Lwiw leitete Prof. Harrer Meisterklassen in Dirigieren und Kontrabassspiel. Junge Musiker arbeiteten an Werken von Beethoven und Brahms und erhielten Einblicke in die Traditionen der Wiener Schule, Fragen der Interpretation und der Klanggestaltung.
Ein weiterer wichtiger Programmpunkt war eine öffentliche Lecture-Performance zur musikalischen Interpretation klassischer Werke. Dabei betonte der Maestro die Bedeutung der Arbeit mit Originalquellen wie Manuskripten, Briefen und Memoiren der Komponisten.
Den Abschluss bildete ein Kammermusikkonzert mit Schüler des Solomija-Kruschelnyzka-Lyzeums und dem Ensemble „Lux Sonorum“. Prof. Harrer begleitete die Proben intensiv und vermittelte den jungen Musiker die Traditionen der Wiener Kammermusik. Besonders beeindruckt zeigte sich der Maestro von der Musik des ukrainischen Komponisten Wassyl Barwinskyj, deren emotionale Tiefe ihn nachhaltig bewegte.
Die Residenz wurde zu einem lebendigen Raum des kulturellen Dialogs zwischen österreichischen und ukrainischen Musiktraditionen und eröffnete neue Perspektiven für künstlerischen Austausch und Zusammenarbeit.
Ein herzlicher Dank gilt allen Partner und Organisator — insbesondere der Musikakademie Lwiw, der Nationaloper Lwiw, der Nationalphilharmonie Lwiw, dem Kooperationsbüro Lemberg sowie dem Ukraine Office Austria.
Fotos von Andriy Pashkovskyi











