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Ukraine Office Austria

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„Erbe in Dissonanz / Dissonance Heritage“: Präsentation der Kunstresidenz

Die internationale Kunstresidenz brachte ukrainische und österreichische Künstler:innen zusammen, um sich gemeinsam mit kulturellem Erbe, Erinnerung, erzwungener Abwesenheit, Heimatverlust und der Neubetrachtung von Identität im Kontext des Krieges auseinanderzusetzen.

An dem Programm nahmen die ukrainische interdisziplinäre Künstlerin Daria Lytvynenko, der österreichische Künstler und Bühnenbildner Jürgen Münzer sowie die ukrainische Choreografin und Performerin Maria Shurkhal teil. Kuratiert wurde das Projekt von Daria Kuzmych. Durch die Verbindung von Performance, Bewegung, Installation, Skulptur, Klang und persönlichen Archiven untersuchten die Beteiligten, wie Kunst über traumatische Erfahrungen, widersprüchliches Erbe und die Verbindung zu physisch unzugänglichen Orten sprechen kann.

Ein wichtiger Teil der Residenz war die Präsentation „Erbe in Dissonanz / Dissonance Heritage“, die am 5. August in Kyjiw stattfand. Das Programm umfasste eine Ausstellung, eine öffentliche Diskussion sowie eine Performance von Clemens Poole und Daria Lytvynenko. Das Format präsentierte nicht nur die Ergebnisse der künstlerischen Recherche, sondern eröffnete auch einen Dialog darüber, wie wir mit einem Erbe umgehen, das Erinnerung, Trauma, koloniale Überlagerungen und zugleich die Möglichkeit zukünftiger Erneuerung in sich trägt.

Einen besonderen Schwerpunkt in Daria Lytvynenkos künstlerischer Arbeit bildet die Krim. Die in Jalta geborene und heute in Wien lebende Künstlerin arbeitet an der Schnittstelle von Performance, visueller Kunst und kollektiven Praktiken. Sie untersucht, wie geopolitische Aggression, Militarisierung und Verlust menschliche Identitäten, Ökosysteme und Landschaften verändern.

Ein Teil dieser Recherche ist das interdisziplinäre Projekt „Der salzige Saft einer reifen Feige“. Die Arbeit verbindet physisches Theater, Pantomime, Installation, eigens komponierten Sound und poetischen Film. Im Mittelpunkt stehen das historische, kulturelle und familiäre Erbe der Halbinsel Krim. Das Schwarze Meer erscheint dabei nicht bloß als Kulisse, sondern als lebendiger, sich ständig verändernder Organismus – als Zeuge der Geschichte, Träger generationenübergreifender Erinnerungen und wesentlicher Bestandteil einer Identität, die kolonialen und russischen Propagandanarrativen widersteht.

„DU FEHLST HIER“ war somit nicht nur ein Raum für die Entstehung neuer künstlerischer Arbeiten, sondern auch für den Aufbau langfristiger Beziehungen zwischen der ukrainischen und der österreichischen Kulturszene. Während des russischen Angriffskrieges sind solche Formate von besonderer Bedeutung: Sie stärken die internationale Wahrnehmbarkeit ukrainischer Stimmen, unterstützen die professionelle Mobilität von Künstler:innen und ermöglichen eine gemeinsame Auseinandersetzung mit Erfahrungen, die sich nicht allein durch Fakten und Chronologien vermitteln lassen.

Die Residenz wurde mit Unterstützung des österreichischen Bundesministeriums für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport, des OeAD-Kooperationsbüros Lemberg und des Ukraine Office Austria realisiert. Für das Kooperationsbüro ist die Unterstützung solcher Initiativen Teil einer kontinuierlichen Arbeit zur Stärkung der österreichisch-ukrainischen Kulturkooperation, zur Entwicklung neuer professioneller Partnerschaften und zur internationalen Präsenz ukrainischer Kunst.

Die Fotos wurden von den Organisatoren zur Verfügung gestellt.