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Politik

Warum gibt es keine Nostalgie für die EU-Erweiterung?

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Zeit:

10:15

Datum:

01.05.2026

Ort:

Konferenzraum, Fakultät für Internationale Beziehungen

Partner:

Austrian Cooperation Office Lviv, Ukraine Office Austria

Organisator:

Data Diplomacy Lab, IDM

öffentlicher Vortrag von Sebastian Schäffer

Am 1. Mai 2026 findet in Lwiw ein öffentlicher Vortrag von Sebastian Schäffer, Direktor des Instituts für den Donauraum und Mitteleuropa, statt. Im Mittelpunkt steht eine zentrale Frage der europäischen Gegenwart: Warum fehlt die Nostalgie für die EU-Erweiterung?

Das Europa des Jahres 2026 ist stark von Rückgriffen auf die Vergangenheit geprägt. Politische Debatten verweisen häufig auf vermeintlich stabilere Zeiten – sei es die Zeit vor wirtschaftlichen Krisen oder sogar frühere politische Systeme. Auffällig ist jedoch, dass die EU-Erweiterung in diesen Narrativen kaum vorkommt.

Dabei war sie ein entscheidender Faktor für die Transformation Europas nach 1989: Sie stärkte demokratische Strukturen, förderte wirtschaftliche Entwicklung und trug zur Überwindung der Teilung des Kontinents bei. Dennoch wurde Erweiterung vor allem als technischer Prozess verstanden – geprägt von Verhandlungskapiteln und Kriterien – und weniger als politischer Erfolg, mit dem sich Gesellschaften identifizieren konnten.

Gerade heute ist diese Perspektive von großer Bedeutung. Für die Ukraine ist EU-Erweiterung kein historisches Kapitel, sondern eine strategische Entscheidung unter den Bedingungen des Krieges. Gleichzeitig wird die letzte erfolgreiche Erweiterung in vielen EU-Mitgliedstaaten kaum erinnert – was es erschwert, neue Erweiterungsschritte politisch zu vermitteln.