Artist-in-Residence Salzburg: Feedback zu der heurigen Residens
Der Aufenthalt in Salzburg im Rahmen eines Kunstaustauschprogramms ist für mich eine wunderbare Gelegenheit, eine Pause vom Alltag zu nehmen und neue Inspirationsquellen zu finden. Erst als ich hierher kam, habe ich gemerkt, wie sehr mir diese Erfahrung in den letzten Jahren fehlte. In der Ukraine herrscht ein Krieg. Und jeder Ukrainer ist davon betroffen.
Kateryna Dmyterko ist eine Künstlerin, Ikonenmalerin, Lehrerin für bildende Kunst. Kateryna nahm an dem Artist-in-Residence in Salzburg teil, das von dem Bundesland Salzburg und dem OeAD-Kooperationsbüro Lemberg unterstützt wird.
Nachfolgend teilen wir Katerynas Feedback über ihren Aufenthalt und ihre künstlerischen Erkundungen in der Stadt Salzburg.
Ich arbeite auf dem Gebiet der zeitgenössischen sakralen Kunst. Bei der Arbeit an einer zeitgenössischen Ikone lasse ich mich in der Regel von westukrainischer, mittelalterlicher Ikonographie inspirieren. Oft dient für mich als Inspirationsquelle die Natur – sie ist für mich die absolute Schönheit.
Heute, genau wie zu Beginn des Krieges, male ich die Jungfrau Maria mit Jesus in ihren Armen, während ich diese Umarmung selbst brauche. Und das ist auch die Umarmung, die jeder von uns braucht. Denn eine Umarmung ist ein Symbol der Liebe, der Sicherheit und des Trostes. Unbewusst habe ich unsere nationalen Farben Blau und Gelb verwendet und die beiden Figuren in honigfarbene Gewänder gehüllt, die Nähe und Wärme der Umarmung symbolisieren.
Meine Kunst ist eine unbewusste Selbsttherapie: es geht nicht nur um die Zustände, die wir gerade erleben. Es geht um Räume, in denen man sich für einen kurzen Moment von der Realität und vom Chaos des täglichen Lebens verstecken möchte-in eine Welt, die man selbst erschaffen kann. Auf diese Weise scheine ich mich von dem Schmerz zu befreien, der in mir steckt.
In meiner Ikonographie teile ich meine Liebe mit dem Betrachter – die Liebe, die mir hilft, weiterzuleben.
