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Ausbildungskooperation mit führenden ukrainischen Universitäten gestartet

Hubert Egger bietet wichtiges Know-how, welches angesichts vieler Kriegsversehrter dringend gebraucht wird.

In enger Zusammenarbeit mit dem OeAD-Kooperationsbüro Lemberg und dem Büro des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz an der Botschaft der Republik Österreich in Kyiv wurde der Startschuss für eine universitäre Zusammenarbeit zwischen der FH Oberösterreich und führenden medizinischen Universitäten in der Ukraine gegeben. Hubert Egger, Professor für Gliedmaßenprothetik am Department für Medizintechnik, hielt seine erste Vorlesung an führenden ukrainischen Universitäten. Ein Erasmus-Plus-Projekt zum Studierendenaustausch soll von der FH Oberösterreich im Herbst 2025 eingereicht werden.

Auf Einladung der Nationalen Medizinischen Danylo-Halyzkyj-Universität Lwiw und der Nationalen Medizinischen Horbachevsky-Universität Ternopil besuchte FH-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Hubert Egger – Professor für Prothetik am Department für Medizintechnik der FH Oberösterreich – vom 02.06.2025 bis 03.06.2025 beide Universitäten und hielt dort seine ersten Vorlesungen.

In Ternopil hielt der Professor am 2. Juni eine Einführungsvorlesung über den Weg der Prothetik von der klassischen Bionik zur Neurosensorik und präsentierte eine sensorische Beinprothese, die den Tastsinn wiederherstellt. Im Simulationszentrum der Universität, für welches er im März ein Set an Trainingsprothesen und Sensoren spendete, lernte er die Studierenden der Fachrichtung Prothetik kennen. Ein wichtiger Teil des Besuches war das Treffen mit dem Rektor und den Lehrkräften der Universität zur Besprechung des künftigen kombinierten Ausbildungskurses für das Studienjahr 2025/26.


Am nächsten Tag berichtete Professor Egger in einer öffentlichen Vorlesung für Studierende und Professoren der Nationalen Medizinischen Danylo-Halyzkyj-Universität Lwiw über fünfzehn Jahre Forschung zur Bekämpfung von Phantomschmerzen und präsentierte Prototypen von Entwicklungen, die dank Sensoren das Gehirn „täuschen“ und so das Gefühl eines verlorenen Körperteils wiederherstellen. Anschließend nahmen Lehrende und Studierende an einem Workshop im Simulationszentrum der Universität teil, sowie an einer Besprechung über die künftigen Kooperationen im Lehrbereich Prothetik.

Im Mittelpunkt der Einführungsvorlesungen stand der Plan einer Ausbildungskooperation im Bereich der Gliedmaßenprothetik, die angesichts der vielen kriegsversehrten Menschen in der Ukraine dringend benötigt wird. Gemäß diesem Plan wird Egger ab Oktober 2025 wöchentliche Online-Vorlesungen abhalten. Jedes Semester soll mit einem Präsenztraining auf Basis jener Gliedmaßenprothesen, die im Vorfeld aus Oberösterreich geliefert sowie von der AUVA und dem Weißen Kreuz Südtirol vermittelt wurden, abgeschlossen werden. Dazu wird Egger regelmäßig in die Ukraine reisen. 

Die Ausbildungskooperation ist auf einen Zeitraum von insgesamt vier Jahren angelegt. Im ersten Jahr wird  Egger die Lehrtätigkeit in seiner Freizeit übernehmen. Für den darauffolgenden Projektabschnitt ist die Durchführung im Rahmen eines Erasmus-Plus-Projekts vorgesehen, das auch einen Studierendenaustausch umfasst. Geplant ist, dass jährlich 6 bis 12 ukrainische Studierende sowie 1 bis 2 Mitarbeitende (Staff Members) an einem Ausbildungsprogramm an der FH Oberösterreich teilnehmen.

Egger betonte bei seinem Besuch in der Ukraine, dass die Ausbildung im Bereich der Prothesenversorgung vor allem dazu beitragen soll, infrastrukturelle Herausforderungen zu bewältigen und dem akuten Mangel an qualifiziertem Fachpersonal entgegenzuwirken.

Ein Credo, das er bereits bei der Veröffentlichung der ersten fühlenden Beinprothese im Jahr 2015 als oberstes Prinzip seiner Forschung formulierte – und dem er nun, im Rahmen seiner forschungsbezogenen Tätigkeit in der Ukraine, weiterhin treu bleibt.