Ausstellung „Antitext“
In Salzburg wurde die deutschsprachige Ausstellung „Antitext“ eröffnet — ein Projekt des Literaturmuseums Charkiv, das sich der Bewahrung des ukrainischen literarischen Erbes widmet, welches über Jahrzehnte hinweg Verboten, Repressionen und Zerstörung ausgesetzt war.
Die Umsetzung der Ausstellung wurde durch die Partnerschaft mit dem Fachbereich Slawistik der Universität Salzburg ermöglicht, der als Veranstalter fungierte und eine akademische sowie öffentliche Plattform für die Präsentation ukrainischer Kultur bereitstellte. Wir danken der Slawistik herzlich für die professionelle Unterstützung, das große Engagement und das nachhaltige Interesse an der ukrainischen Kultur.
„Antitext“ erzählt die Geschichte der Rettung der Sammlung des Literaturmuseums Charkiv nach dem 24. Februar 2022. In den ersten Wochen des russischen Großangriffs gelang es einem Teil des Museumsteams, die Dauerausstellung abzubauen und Bücher, Manuskripte, seltene Ausgaben, Fotografien und Dokumente aus der bombardierten Stadt zu evakuieren. Heute befindet sich die Sammlung an einem geschützten Ort, während die Museumsarbeit fortgesetzt wird — mit dem Ziel, ein erneut bedrohtes Kulturerbe zu bewahren und zu erforschen.
Ein zentraler Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der ukrainischen Literatur der 1920er und 1930er Jahre — Werken von Autor:innen, die während der stalinistischen Repressionen verfolgt oder ermordet wurden. Ihre Texte waren verboten, in Spezialdepots verborgen oder vollständig zerstört. Die Ausstellung macht diese lange unterdrückten Stimmen wieder sichtbar und zugänglich.
Unser Dank gilt auch der Universität Salzburg für ihre Offenheit und Bereitschaft, den kulturellen Dialog zwischen der Ukraine und Europa zu stärken. Die Ausstellung „Antitext“ setzt ihre internationale Reise fort — und wir freuen uns, dass Salzburg zu einem bedeutenden Ort auf diesem Weg geworden ist.





