Art against Artillery in Lwiw
Die Lemberger Präsentation des Buches „Art against Artillery“ fand in einer Atmosphäre konzentrierter Reflexion und symbolischer Tiefe statt und verband Kunst, Erinnerung und die gegenwärtige Realität des Krieges.
Veranstaltungsort war die Zenyk Art Gallery, die neben ihren Räumlichkeiten auch die Ausstellung „Das Meer“ mit geretteten Meisterwerken von Aivazovsky, Kuindzhi, Kostandi und weiteren Künstlern zugänglich machte. Die von tiefen Blautönen geprägte Umgebung bildete einen starken visuellen Rahmen für die Diskussion über die Rolle der Kunst im Krieg — als geistige Stütze, Zeugnis und Träger von Bedeutung.
Die Veranstaltung in Lwiw bildete den Abschluss eines internationalen Projekts, das innerhalb von vier Monaten realisiert wurde. In diesem Zeitraum wurde das Buch ins Deutsche übersetzt und veröffentlicht sowie vier öffentliche Diskussionen in weniger als vier Wochen organisiert — in Wien, Graz, im Rahmen der Buch Wien und in Lwiw. Das Projekt zeigte das große Interesse eines internationalen Publikums an Kunst als Form kulturellen Widerstands und Kontinuität.
An der Diskussion in Lwiw beteiligten sich Oleksandr Knyha, Andrii Kotliarchuk, Iryna Zhyhulina und Diana Popfalushi, die ihre fachlichen Perspektiven und persönlichen Erfahrungen zur Arbeit mit Kunst unter Kriegsbedingungen teilten. Die intensive Beteiligung des Publikums und Rückmeldungen wie „Ich wollte nicht, dass diese Diskussion endet“ verdeutlichten die nachhaltige Wirkung der Veranstaltung.
Zur Autorin.
Olha Volynska ist eine ukrainische Schriftstellerin und Journalistin mit Schwerpunkt auf Kultur, Kunst und gesellschaftlichen Transformationsprozessen im Kontext des Krieges. Ihre Arbeit dokumentiert aktuelle kulturelle Entwicklungen und gibt Künstler:innen eine Stimme, die unter extremen Bedingungen weiterarbeiten.
Zum Buch.
Das Buch „Art against Artillery: Ukrainische Künstler im Krieg“ vereint ausführliche Interviews mit ukrainischen Künstler:innen und Kulturschaffenden. Es untersucht Kunst als Form des kulturellen Widerstands, als Mittel zur Bewahrung von Identität und als Raum zur Verarbeitung von Kriegserfahrungen. Das Buch erschien im Klingenberg Verlag und ist ein wichtiger Beitrag zum internationalen kulturellen Diskurs über die Ukraine.