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Fotografie

WOMAN TO WOMAN. Fotoausstellung

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Zeit:

12:00

Datum:

16.09.2021 - 17.10.2021

Ort:

Kiew, Dymchuk Gallery

Partner:

Fotohof

Organisator:

Österreichisches Kulturforum Kiew, Dymchuk Gallery

WOMAN TO WOMAN. Fotoausstellung

Retrospektive österreichischer Fotografinnen Inge Morath und Gerti Deutsch

Die Dymchuk Gallery und das Österreichische Kulturforum Kiew präsentieren eine Ausstellung von zwei ikonischen Fotografinnen des 20. Jahrhunderts - Gerti Deutsch und Inge Morath. Kurator der Ausstellung ist der österreichische Fotograf und Kurator Kurt Kaindl.

Das Projekt ist Teil des Programms Calliope Austria, das den Beitrag von Frauen zu Kunst, Kultur und Wissenschaft hervorhebt.

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In dieser Ausstellung treten zwei Fotografinnen in einen visuellen Dialog.

Sie begegneten sich nur an einem kurzen Punkt in ihrem Leben – in den frühen 1950er Jahren. Beide Fotografinnen müssen sich in einem Beruf behaupten, der noch immer von Männern dominiert ist. Trotzdem gelingt es ihnen, für die wichtigsten Bildmedien ihrer Zeit zu arbeiten. Gerti Deutsch für die englische Illustrierte „Picture Post“ und Inge Morath für die französische Agentur „Magnum“.

Beide sind sie einer humanistischen und aufklärerischen Tradition der Dokumentarfotografie verpflichtet. Im Zentrum der Arbeit beider Fotografinnen steht das Bild des Menschen in seinem Kulturraum.

Aus der großen Fülle von Bildern beider Fotografinnen, die sich im FOTOHOF archiv befinden, haben die Kuratoren der Ausstellung eine Auswahl getroffen, in der nur Bilder von Frauen versammelt sind. Jedes Diptychon besteht aus je einem Foto der beiden Fotografinnen, die so posthum in einen imaginären Dialog über das Bild der Frau eintreten. In dieser Gegenüberstellung eines Bildes von Inge Morath mit einem Bild von Gerti Deutsch wird die besondere Beziehung der beiden Fotografinnen zum Bild der Frau sichtbar. Beide Künstlerinnen haben den Weg einer offenen und zutiefst anteilnehmenden Darstellung des Frauenbildes gewählt, der in diesen Gegenüberstellungen umso klarer sichtbar wird.

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Gerti Deutsch

(*1908 in Wien, †1979 in Leamington Spa, UK)

Fotografin, lebte und arbeitete in Österreich und England

Aufgewachsen als einziges Kind einer jüdischen Familie begann sie mit 16 Jahren an der Wiener Musikakademie zu studieren, wandte sich jedoch später der Fotografie zu. Ihre fotografische Ausbildung erhielt sie von 1933 bis 1934 an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien.

Nach Aufenthalten in Paris und London kehrte Gerti Deutsch kurz nach Wien zurück. Wegen des zunehmend schlechten Klimas für Juden und den besseren Berufsaussichten übersiedelte sie jedoch bald dauerhaft nach London. 1936 hatte sie ihre erste Ausstellung im Österreichischen Kulturverein in London, einem Vorläufer des Österreichischen Kulturforums. 1938 begann sie als freiberufliche Fotojournalistin und Redaktionsfotografin für die Zeitschrift „Picture Post“ zu arbeiten.

Zwischen 1937 und den frühen 1960er Jahren produzierte sie zahlreiche Fotoreportagen für die Zeitschriften Picture Post, Nova, Holiday, Queen, Harper's Bazaar, The Tatler und den Schweizer Magazinen Atlantis und L'Oeil. In den 1960er Jahren zog sich Gerti Deutsch von der Fotografie zurück, lebte kurz in Salzburg und ging dann wieder zurück nach England.

Während ihrer Lebenszeit hatte Gerti Deutsch nur zwei große Ausstellungen: 1958 in London im Austrian Institute und 1962 über Japan. Nach ihrer Wiederentdeckung gab es 2010 eine weitere Ausstellung im Österreichischen Kulturforum in London und in Berlin im Januar 2011, gefolgt von einer umfangreichen monografischen Ausstellung in der Galerie Fotohof in Salzburg mit Herausgabe einer Biografie.

Weitere Ausstellungen folgten im Jüdischen Museum in Wien, im Museum der Moderne in Salzburg und im Österreichischen Kulturforum in Prag. Ihr gesamter künstlerischer Nachlass befindet sich im FOTOHOF archiv.

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Inge Morath

(* 27. Mai 1923 in Graz; † 30. Januar 2002 in New York)

Österreichisch-amerikanische Fotografin.

Die als Ingeborg Mörath geborene Tochter zweier Naturwissenschaftler zog mit ihren Eltern in den 1930er Jahren zunächst nach Darmstadt und später nach Berlin. Mit einem Flüchtlingszug floh sie aus Berlin zurück nach Salzburg, wo sie als Textjournalistin für die amerikanische Militärverwaltung arbeitete.

1946 übersiedelte sie nach Wien, begann als Redakteurin zu arbeiten und vermehrt literarische Texte und Hörspiele für den neugegründeten Radiosender „Rot-Weiß-Rot“ zu schreiben. Im Laufe der Zeit wurde Inge Morath Teil der Wiener Kultur- und Intellektuellenszene und schloss Freundschaften unter anderem mit Ingeborg Bachmann und Ilse Aichinger.

Sie schrieb Artikel für verschiedene Magazine, wie zum Beispiel die Wiener Illustrierte und Heute (München). Für letztere arbeitete sie als „picture editor“ in Wien. Über diesen journalistischen Kontakt gelangte sie zur Agentur Magnum nach Paris. Als Assistentin von Henri Cartier-Bresson begleitete sie verschiedene Fotografen auf Reisen. Auf einer Venedig-Reise entdeckte Morath ihr Talent und ihre Liebe für die Fotografie und begann erste Fotografien zu machen.

1953 wird sie als Fotografin bei Magnum aufgenommen. Sie reiste in den Iran, Irak, nach Syrien und Jordanien (1956), entlang der Donau (1957 und 1958), nach Mexiko, Tunesien, Österreich, Tschechoslowakei, Italien, Deutschland und in die USA. Im Jahr 1956 veröffentlichte sie ihr erstes Buch „Guerre à la tristesse“ und eröffnete ihre erste Ausstellung in der Galerie Würthle in Wien.

In den 60iger Jahren ging Inge Morath in die Vereinigten Staaten und das Magnum Büro in New York wurde häufiger Ausgangspunkt für ihre Reisen. 1960 lernte sie bei Filmaufnahmen zu „Misfits“ (in der Hauptrolle Marilyn Monroe) den Dramatiker Arthur Miller kennen. 1962 heirateten sie und im selben Jahr wurde die Tochter Rebecca geboren. 1991 erhielt Inge Morath den erstmals vergebenen Österreichischen Staatspreis für Fotografie. Der Fotohof hat zahlreiche ihrer Bildbände publiziert und im FOTOHOF archiv befindet sich ein großer Teil ihres künstlerischen Nachlasses.

©FOTOHOF archiv / Inge Morath Estate / Magnum Photos